Selbstverteidigungskurs in Kooperation mit VHS Schwetzingen

Am vergangenen Mittwoch, den 26.09.12 fand der erste von 6 Terminen des Selbstverteidigungskurses der Viet Tu Ve Abteilung Plankstadt in Kooperation mit der VHS Schwetzingen statt. 8 motivierte Kursteilnehmer durften sich zu Beginn des Kurses in einer kleinen Kennenlernrunde vorstellen und erfuhren vom Trainer der Abteilung, Georg Roth, was sie in den nächsten Wochen erwarten wird. Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung sind die drei Eckpfeiler der Veranstaltung, die es ermöglichen sollen, Gefahrensituationen besser begreifen und handeln zu können.

Mit Hilfe der polizeilichen Kriminalstatistik räumten Fakten den Weg von Klischees frei und verdeutlichte, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer Opfer von Gewalt werden. Trotz der gehäuften Schlagzeilen von U-Bahn Überfällen oder sonstigen Straftaten ist die Gewaltkriminalität an sich seit Jahren nicht mehr gestiegen.

Anschließend wurden die Teilnehmer mit dem Ernstfall konfrontiert. Mitglieder der Viet Tu Ve Abteilung spielten kurzerhand Echtfälle nach, die anschließend analysiert wurden.

Die ersten beiden Fälle handelten von Frauen, die auf den Nachhauseweg von hinten überfallen wurden. Zwei dem Grunde nach identische Ausgangssituationen, dennoch nehmen beide unterschiedliche Ausgänge. Im dritten Beispielsfall, wird ein Pärchen von einem Unbekannten mit der Pistole bedroht und ausgeraubt, mit anschließender Todesfolge. Auch hier wurde diskutiert, wie der Überfall hätte glimpflicher ausgehen können.

Den Teilnehmern wurde schnell klar, dass allein durch mehr Aufmerksamkeit und bewusste Wahrnehmung des Umfeldes, eine Gefahrensituation erkannt werden kann. Auch das Bauchgefühl, der Instinkt, darf nicht ignoriert werden.

Bei praktischen Übungen zum Verhalten bei Raub wurden die Kursteilnehmer mit Waffen, wie z. B. Messern, Stöcke oder Flaschen bedroht. Hierbei mimten die Mitglieder des Vereins den Täter. Wie im Ernstfall wurde man mit einer Waffe bedroht und die Wertsachen gefordert.

Die hier vermeintlichen „Opfer“ sollten lernen, diese bedrohliche Situation zu akzeptieren und anzunehmen, nicht dagegen ankämpfen oder gar verdrängen. Sowohl mental als auch physisch sich vom Täter abgrenzen und ihm frühzeitig signalisieren, dass er die Wertgegenstände haben kann. Die Wertsachen aushändigen. Dabei jede ihrer Bewegungen und Handlungen kommentieren. Danach den Täter flüchten lassen.

Ferner sollte man selbst in einer solchen Gefahrensituation versuchen, die äußeren Merkmale des Täters, für eine spätere Täterbeschreibung bei der Polizei, einzuprägen.

Bei all den Übungen und Vorkehrungen für ein optimales Verhalten bei einem Raub, legt Trainer Georg Roth vor allem Wert darauf, zu verstehen, dass es bei einem Raubüberfall nur um Geld, Schmuck und andere Wertsachen geht. Wertgegenstände können ersetzt werden, die Gesundheit nicht.

Der erste Tag des Kurses fand seinen Abschluss in einfachen, doch effektiven Schlagübungen, in denen die Teilnehmer ihre Kraft an Pratzen austesten konnten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*